Steak and Weed

Oktober 13, 2007

Mein erstes Wochenende in Buenos Aires. Wenn man fast niemanden kennt, ist es natuerlich nicht so einfach, den ulimativen Freitag Abend zu gestalten. Muesste man meinen.Aber bekanntlichermassen befinde ich mich in Suedamerika.Der Geuch von Emilianos Joint zog durch die ganze Wohnung, also musste der gute Fist Class Lufthansa Chardonnay dran glauben. Mein Spanisch hab ich vorsichtshalber beiseite gelegt, denn dummes Zeug reden, kann ich momentan noch besser in Englisch. Wir haben viel gelacht und mein Landlord (Vermieter in Englisch- so bescheuert dieses Wort) haelt mich jetzt fuer total geisesgestoert. Aber ich glaube, er mag mich.. Es ist schon faszinierend, wie gleich doch die Menschen auf der Welt sind. Wenn wir nur alle eine Sprache sprechen wuerden, dann wuerde jeder sich ueberall wohl fuehlen.

Nun gut. Ich sass also am Kuechentisch, eine Katze auf dem Schoss, ein Glas Wein in der Hand, da klingelt doch wirklich mein Telefon. Ich habe mich richtig erschrocken. Am anderen Ende Franco. Bei ihm wollte ich urspruenglich uebernachten, hab ihn ueber Couchsurfing oder so kennengelernt. Ein witziger Typ, er spielt jeden mogen mit seiner Band im Fernsehen. Fruehstuecksfernsehen oder so. Franco hat schon den perfekten Abend organisiert. einen Kumpel eingeladen, der Regisseur ist: Ich solle um 22 Uhr bei ihm sein, dann hoeren wir Musik, dann gehen wir essen, und dann gehen wir aus.

Hui. Klingt nach einem Plan. Emilianos Cousin hat mich mit seiner aeusserst sympatischen Schrottkarre, die keine Bremsen hat zu Franco gefahren und mit schallendem Gelaechter, aufgrund meiner betrunkenen Spanischkenntnisse ( soy una chica indenpendiente) davongerauscht. Da steht die kleine Zoe in einem viel zu kurzen Rock in einer dunklen Strasse in Buenos Aires und besucht jemanden, den sie gar nicht kennt, zu Hause. Nun gut…

Franco empfaengt mich mit einem dicken Joint und ganz vielen Fragen. Daniel, der Filmtyp sagt gar nichts. Um  ein guter Gast zu sein, ziehe ich profesionell an dem Joint und diskutiere mit den Jungs auf Spanisch ueber Bob Marley. Alle etwas Zeitreiserisch.

Danach gehen wir in ein neonbeleuchtetes Restaurant und bestellen ungefaehr 3 Kg Fleisch und trinken dazu Maedchenbier. Nebenan spielt eine Frau Saxophon und meine Beine wippen im Tangotakt. Ich bin endlich angekommen!

Jetzt gehe ich raus, denn die Sonne scheint. Die Strassen sind voller gutgekleideter Meschen, alle strahlen und in den Cafes haengen ueberall Klamotten von Jungdesignern. Ausserdem kaufe ich jetzt ein Rinderfilet, denn bekifft und betrunken habe ich Emiliano versprochen, heute fuer ihn zu kochen.

Egal, wo auf der Welt man sich befindet, man bleibt doch immer der gleiche.

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