Living la vida loca- Back to the future
November 8, 2007
Das dumme am allein Reisen ist, dass sich die alte Welt zu Hause ganz normal weiterdreht. Manchmal denke ich sogar, dass sie stehenbleibt. Wie bei “Zurueck in die Zukunft” erlebe ich hier die aufregensden Dinge, lerne eine neue Sprache und entdecke ganz neue Seiten an mir, waehrend in Berlin die Musiker in der U-Bahn immer noch genauso nerven, wenn sie dir die Klarinette morgens um 8 an Deine Ohrmuschel halten. Ich wette die Suche nach der perfekten Party am Wochenende ist immernoch die Gleiche. Und ich wette, alle haben sie gefunden, ausser Dir. Ich habe heute im “El ultimo beso” angefangen Tagebuch zuschreiben. Nach 10 Jahren mal wieder den Stift mit dem Gehirn verbinden ist gar nicht so einfach. Frueher gab es da immer irgendeinen Jungen aus der Eislaufdisco ueber den man sich 10 Seiten ausgelassen hat, bis die naechste Eislaufdisko kam und die naesten 10 Seiten nahtlos mit den blauen Augen vom Nachfolger gefuellt wurden. Heute saß ich also in meinem Lieblingscafe bei einem Cafè con Leche und saftigem Zitronenkuchen mit matschig-suesser Glasur und habe mich schreibenderweise mit mir ueber mein Leben unterhalten. Stundenlang. Und ich hatte Spass. Was ich eigentlich sagen will ist, das ich so viele neue Seiten von mir kennenlerne und soviele Gehirnwindungen neu gewunden werden, dass ich ein bisschen Horror davor habe, nach Berlin zu kommen und alles ist wie vorher. Mir kommt diese Reise ewig vor.Und mir ist schon klar, dass mich kein Empfangskomitee mit Blasorchester und Parade am Flughafen erwartet, denn fuer Euch daheimgebliebenen sind diese Wochen wahrscheinlich wie im Fluge vorgekommen und ihr fragt Euch ” Warum sitzt Zoe schon wieder auf der Kastanienallee und trinkt Kaffee?” Wollte die nicht verreisen?”
Und wenn ich dann auf einmal ganz andere Prioritaeten wie noch im September habe, dann haelt mich diese Stadt fuer bescheuert. Wenn ich nach jedem Telefonat, sei es mit der Bank oder mit sonstwem, “einen grossen Kuss und eine heftige Umarmung” verteile, wie man es hier tut, oder wildfremde Menschen zur Begruessung liebevoll Kuesse, dann hoffe ich, dass ich mir nicht doof vorkomme. Denn fuer mich ist das jetzt normal. Genauso normal, wie ploetzlich zu spaet kommen oder um Mitternacht Abendessen zu gehen.
Aber erstmal werde ich noch ein paar Seiten meines selbstdesigntem Tagebuchs mit meinem metallischgruenem Stift vollschreiben und dem ultimo Beso mehrere Abschiedkuesse bescheren.
Aber schon bald wird es der letzte letzte Kuss sein, denn ich komme wieder!

November 9, 2007 at 12:34
das empfangskomité wird bereitstehen, wenn du in die zukunft zurückkommst! con gande besos.
November 12, 2007 at 6:02
schade ,du verteilst wildfremden Menschen zur Begrüssung liebevoll Küsse ! _könnte ich dir doch nur einmal begegnen…